3.1. Allgemeines zu Systemeigenschaften von WissKI

Die Besonderheit von WissKI als Graphdatenbank ist die semantische Datenerschließung, die über ein Bedeutungsnetzwerk, das hinter den Erfassungsfeldern liegt, ermöglicht wird. Dieses Netzwerk besteht aus vielen Pfaden, die im sog. Pathbuilder (Configuration → Pathbuilder) gebaut und konfiguriert werden können.

Die nachfolgende Abbildung zeigen die Pfade, die hinter der Eingabemaske für den Beleg stecken. Die Eingabemaske für den Beleg ist zur Veranschaulichung daneben gestellt.

Beim Blick in die Pathbuilder-Ansicht ist zu erkennen, dass der oberste Punkt „Beleg“ ganz nach links eingerückt ist. Diese hierarchische Darstellung, die das eigentliche Netzwerk in 2D abbildet, schlägt sich auch in der Ansicht der Felder bzw. Eingabemasken nieder. Die Einrückung für „Beleg“ nach ganz links zeigt, dass es in der Hierarchie an oberster Stelle steht und es sich deshalb um eine eigene Instanz bzw. Kategorie handelt. Die nachfolgenden Pfade sind dieser untergeordnet.

Die erste Spalte „TITLE“ zeigt die einzelnen Titel der Pfade, die den Titeln der Felder in der Eingabemaske entsprechen. In der zweiten Spalte, die mit „PATH“ betitelt ist, ist der semantische Pfad zu erkennen. Wird in der Maske ein Wert in ein Feld eingegeben und abgespeichert, so wird dieser Wert zusammen mit dem zugrundeliegenden semantischen Pfad, der die Bedeutung des Werts ausdrückt, abgespeichert. Somit bekommt der eingegebene Wert, die an sich nur eine Zeichenkette darstellt, zusätzlich eine Bedeutung zugewiesen. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass der eingegebene Wert interpretierbar bleibt.

Beispielsweise der Pfad für die Herbarnummer sagt, dass es ein Sammlungsobjekt gibt, das einen bevorzugten Identifikator hat. Dieser Identifikator hat einen Wert. Dieser Wert wird in das Feld eingegeben.

Die Semantik des Pfades definiert also genau, welche Art von Werten in dieses Feld eingegeben werden können.

Die Bauteile der Pfade bestehen aus zwei verschiedenen Kategorien, die aus der Ontologie des CIDOC CRM stammen: Entities und Properties.

Entities sind alle möglichen Dinge und Konzepte, die der Mensch kennt. Dabei kann es sich um Physisches (z.B. Objekte) aber auch Immaterielles (z.B. Konzepte) handeln. Das CIDOC CRM ist als eine Art Baukasten zu begreifen. Es beinhaltet beispielsweise Orte, Akteure, Dinge, die der Mensch geschaffen hat, Zeiträume usw. Darüber hinaus gibt es Ereignisse, durch die z.B. Ort, Akteur, Ding und Zeit in Verbindung gebracht werden können, dazu später mehr. Aus diesem Grund wird das CIDOC CRM auch als ereigniszentrierte Ontologie betrachtet.

Bevor mit dem Bauen der Pfade begonnen werden kann, soll zunächst vorgestellt werden, was eine Ontologie ist und wozu sie dient.