ISO 21127 - Das CIDOC Conceptual Reference Model

Das CIDOC Conceptual Reference Model (CIDOC CRM) wird seit über einem Jahrzehnt von Experten aus Museen, Archiven und Bibliotheken in Zusammenarbeit mit Philosophen und Informatikern im Rahmen einer Arbeitsgruppe für Dokumentation (CIDOC SIG) des International Council of Museums (ICOM) entwickelt. Es ist ein formelles Modell das den Anspruch hat, die heterogenen Informationen der Geistes- und Kulturwissenschaften bereichsübergreifend abzubilden und austauschbar zu machen. Die aktuelle Version 6.2 definiert 89 Konzepte und 149 Relationen, jeweils erklärt durch eine kurze Dokumentation (Scope Note) und veranschaulicht durch Beispiele. Zwei zentrale Punkte unterscheiden das CIDOC CRM von anderen Ontologien: Zum einen erfolgt die Dokumentation ereigniszentriert. Das bedeutet, dass jeder Schritt in der Geschichte eines Subjekts - sei es beispielsweise ein physischer oder konzeptioneller Gegenstand oder sei es eine Person - durch Ereignisse (z.B. Geburt und Tod einer Person) und nicht durch Zustände (ist lebendig) beschrieben werden. Die Ereignisse verbinden dabei die dokumentierten Subjekte mit anderen Objekten, agierenden Personen, Zeit und Ort und weiterer Information. Zum anderen trennt das CIDOC CRM zwischen Dingen und deren Namen. So ist die Identität einer Person nicht durch ihren Namen bestimmt, wodurch Tatsachen modelliert werden können wie z.B.: Die Identität zweier Personen unterscheidet sich, der Name ist jedoch identisch.